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Smartphone statt Spezialkamera bei der Zahnfarbbestimmung?

Bei einer Zahnkrone, einem Veneer oder einer anderen ästhetischen Versorgung kommt es nicht nur auf die Form an. Auch die Zahnfarbe muss möglichst genau stimmen. Schließlich soll sich der neue Zahnersatz harmonisch in das natürliche Gebiss einfügen. Schon kleine Farbunterschiede können vor allem im sichtbaren Frontzahnbereich auffallen. Normalerweise kommen zur Farbbestimmung verschiedene professionelle Verfahren zum Einsatz. Doch aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit einer überraschenden Frage: Könnte in bestimmten Situationen sogar eine Smartphone-Kamera bei der Bestimmung der Zahnfarbe helfen?

Warum ist die richtige Zahnfarbe so schwierig zu bestimmen?

Unsere Zähne sind keineswegs einfach nur „weiß“. Sie besitzen zahlreiche Farbnuancen. Hinzu kommen unterschiedliche Helligkeiten, Transparenzen und individuelle Besonderheiten. Selbst ein einzelner Zahn kann am Zahnhals eine andere Farbe haben als an seiner Schneidekante. Auch die Umgebung spielt eine Rolle: Beleuchtung, Tageszeit und sogar die Farben im Umfeld können unsere Wahrnehmung beeinflussen. Deshalb nutzen Zahnarztpraxen und Dentallabore verschiedene Hilfsmittel, um Zahnfarben möglichst zuverlässig zu bestimmen und zu dokumentieren. Fotos sind dabei besonders hilfreich. Sie ermöglichen es beispielsweise, Informationen über die Zahnfarbe und individuelle Merkmale an das zahntechnische Labor weiterzugeben.

Was hat das Smartphone damit zu tun?

Moderne Smartphones verfügen mittlerweile über erstaunlich leistungsfähige Kameras. Deshalb untersucht die Forschung, ob Smartphone-Aufnahmen unter standardisierten Bedingungen auch für die digitale Zahnfarbbestimmung und Farbdokumentation eingesetzt werden können. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, die 2026 in Evidence-Based Dentistry aufgegriffen wurde, beschäftigte sich beispielsweise mit der Frage, wie Smartphone-Kameras im Vergleich zu professionellen DSLR-Kameras bei der Zahnfarbanalyse abschneiden. Das bedeutet allerdings nicht, dass künftig einfach ein schnelles Handyfoto genügt. Faktoren wie Beleuchtung, Kameraeinstellungen, Weißabgleich und Aufnahmebedingungen haben großen Einfluss auf die dargestellte Farbe.

Welchen Vorteil könnte das für Sie als Patient haben?

Für Patienten könnte diese Entwicklung vor allem eines bedeuten: Digitale Verfahren zur Dokumentation werden einfacher und flexibler. Bei ästhetischen Versorgungen können detaillierte Aufnahmen die Kommunikation zwischen Zahnarztpraxis und Dentallabor unterstützen. Ziel ist es, dem Zahntechniker möglichst präzise Informationen darüber zu geben, wie der neue Zahn aussehen soll. Wenn Smartphones unter kontrollierten Bedingungen zuverlässig eingesetzt werden können, könnte die digitale Dokumentation zudem unkomplizierter werden. Besonders interessant kann dies beispielsweise bei Verlaufskontrollen oder bei der Abstimmung zwischen Praxis und Labor sein.

Am Ende zählt jedoch nicht, welche Kamera verwendet wird. Entscheidend ist das Ergebnis: Zahnersatz soll möglichst natürlich aussehen und zu Ihren eigenen Zähnen passen.

Ersetzt das Smartphone professionelle Verfahren?

Nach aktuellem Stand sollte man das nicht daraus ableiten. Die Forschung zeigt vielmehr, wie schnell sich die digitale Zahnmedizin weiterentwickelt. Professionelle Farbbestimmung, Erfahrung und die enge Zusammenarbeit mit der Zahntechnik bleiben wichtige Bestandteile einer hochwertigen ästhetischen Versorgung. Smartphones könnten dabei künftig ein weiteres praktisches Werkzeug sein – nicht unbedingt ein Ersatz für alle bisherigen Verfahren. Für uns als Zahnarztpraxis ist diese Entwicklung besonders spannend. Denn moderne Technik ist dann sinnvoll, wenn sie einen konkreten Nutzen bietet: Präzisere Informationen, bessere Kommunikation und möglichst natürlich wirkenden Zahnersatz für unsere Patienten.

Fotonachweis: Adobe Stock| #2165273760

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